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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Tag der Artenvielfalt 2026

Am gestrigen Sonntag wurde der „Tag der Artenvielfalt“ mit einem großen Fest im Botanischen Garten Bonn gefeiert. Die OAG Bonn war mit einem Stand dabei.

Am frühen Vormittag ging eine heftige Gewitterfront über das südliche Rheinland. Pünktlich zum Aufbau war es dann mit dem Regen vorbei und es sollte auch den ganzen Tag trocken bleiben. Dass die Sonne sich kaum zeigte, war nicht schlimm, nur die Informationsmaterialien wurden vom Wind ab und zu neu sortiert. Der Vogelgesang hielt aber den Tag über an und es wurde nicht so heiß wie in der Woche zuvor.

Insgesamt waren es beste Voraussetzungen, um den ganzen Tag über im Stundentakt vogelkundliche Exkursionen durch den Botanischen Garten anzubieten. Diese Führungen sin unbestritten das Highlight unserer Aktivitäten während des Tags der Artenvielfalt. Obwohl nicht besonders groß und inmitten dichter Bebauung gelegen, beherbergt der Botanische Garten in Bonn eine reiche Vogelwelt. Dazu tragen vor allem die schönen alten Bäume und die großflächigen Gewässer bei. Wir konnten den Teilnehmenden Sommergoldhähnchen ebenso zeigen wie Mäusebussard als auch Stockente und Teichhuhn mit ihren Jungen. Mehrere Dutzend Personen haben wir so für die Vogelbeobachtung begeistern können.

Auch am Stand konnten wir uns intensiv mit den Besuchenden austauschen. Wir waren beschäftigt, unsere verschiedenen Tätigkeiten vorzustellen. So berichteten wir ausführlich für ADEBAR 2 und die diversen Monitoringprogramme von DDA und NWO, brachten Flyer von OAG Bonn und NWO unter die Leute und beantworteten vogelkundliche Fragen. Einige davon waren erstaunlich konkret, z.B. ging es um das Turmfalkenpaar an einem bestimmten Gebäude und selbst nach einer Artpatenschaft für den Atlas wurde bereits gefragt. Andere Fragen drehten sich um auch sonst häufig genannte Themen wie die Vogelfütterung.

Die Veranstaltung endete um 17:00 Uhr. Leider war der Andrang etwas geringer als in den letzten Jahren. Vielleicht lag es daran, dass Stände auch außerhalb des Hauptgeländes standen. Auch hatten einige andere Verbände leider absagen müssen.

Umso begeisterter sind wir, dass uns die übgrigen rein ehrenamtliche Teilnahme wieder möglich war. Unser Dank geht an Esther Koch und Kathrin Schidelko für die exzellente Orga und an alle Beteiligten der OAG Bonn, die am Stand waren, Exkursionen geleitet haben und beim Ab- und Aufbau geholfen haben.

Vielen Dank an die Botanischen Gärten der Universität Bonn und alle Besucher:innen für die rundum gelungene Veranstaltung.

 

Exkursion ins Siebengebirge Mai 2026

Im Licht der Morgensonne starteten wir gegen 7:15 Uhr mit einer Gruppe von 15 vogelbegeisterten Personen am Wanderparkplatz Servatiushof. Der Hausrotschwanz an der Servatiuskapelle ließ zunächst auf sich warten, machte sich dann erst durch leise Rufe bemerkbar, bevor er sich dann auf dem Dach eines Gebäudes blicken ließ und schließlich auch anfing zu singen.

Ein wenig später machten wir einen Abstecher zu einer Kahlschlagfläche, auf der zwei Tage zuvor noch ein Baumpieper sang. Auch wenn wir den Baumpieper nicht entdeckt haben - ganz umsonst war der kleine Umweg nicht, weil wir dort dafür eine Hohltaube und ein Wintergoldhähnchen hören konnten. Wieder zurück auf der Strecke konnten wir direkt an zwei Stellen einen Waldbaumläufer hören.

Kurz vor dem letzten Anstieg bis zum Plateau auf dem Mittelberg flog ein Bussard über den Weg und verschwand schnell hinter den Baumwipfeln. Ich sah den Greifvogel für wenige Sekunden im Fernglas und mein erster Eindruck war der eines Wespenbussards, für eine ganz sichere Bestimmung war das Zeitfenster aber zu kurz. Gut also, dass der Bussard uns den Gefallen tat, noch eine zweite Runde zu drehen, bevor er schließlich abflog. Nachdem ihn nun viele gesehen haben, ließ er sich eindeutig als Wespenbussard bestimmen, u.a. mithilfe von Belegfotos. Währenddessen hatte sich ein Zilpzalp eine schöne Singwarte gesucht, auf der er so lange verweilte, dass man ihn sogar im Spektiv beobachten konnte. Im Hintergrund sang der erste Grauschnäpper, auch ein Gimpel war kurzzeitig zu sehen.

Bald hörten wir auch den Ruf des Waldlaubsängers. Warum denn den Ruf, und nicht den Gesang? Wahrscheinlich war es das Weibchen, denn nach einigen Minuten hörten wir auch das singende Männchen. Eine Sichtung gelang uns an der Stelle nicht, dafür aber auf der anderen Seite des Mittelbergs, wo der Wald nicht so dicht ist. Zwischen den vielen alten Buchen und Eichen flog ein laut singender Waldlaubsänger umher, der sich über längere Zeit aus kurzer Distanz beobachten ließ. So schön bekommt man ihn sehr selten zu sehen - ich denke, den werden alle in Erinnerung behalten.

Nun ging es ein Stück bergab bis zur Mäcki-Hütte, anschließend wieder bergauf entlang von zwei Kahlschlagflächen. Baumpieper und Fitis waren nicht zu hören, dafür aber eine Gartengrasmücke. An der Kreuzung zum Stellweg hörten wir zwei singende Trauerschnäpper - an der Stelle gibt es schon seit einigen Jahren 1-2 Brutpaare. Nun erreichten wir die letzte große Kahlschlagfläche. Im Hintergrund sang nun endlich auch der Baumpieper, auf den wir lange gewartet hatten. Außerdem sahen wir drei Mäusebussarde, die in der Thermik kreisten.

Der letzte Abschnitt ging dann etwa einen Kilometer durch das Logebachtal. Dort konnten wir gleich an zwei Stellen einen Schwarzspecht sehen, was normalerweise nicht oft gelingt. Zwei weitere Trauerschnäpper waren zu hören, und zum krönenden Abschluss sahen wir über uns zwei tief kreisende Rotmilane, die sich vor dem blauen Himmel wunderschön beobachten ließen. Es war wieder ein sehr schöner Vormittag im Siebengebirge mit tollen Beobachtungen und nettem Austausch! 

Text und Foto: Jonatan Grimm

Vogelstimmenführungen im Frühjahr 2026 in Dottendorf

Bonn-Dottendorf, Loki-Schmidt-Platz, Samstagmorgen im April um acht Uhr. Eine Gruppe von etwa 20 Frauen und Männern versammelt sich, um an einer Vogelstimmenführung teilzunehmen. In den nächsten knapp anderthalb Stunden werden wir keine lange Strecke zurücklegen. Dafür werden wir oft stehen bleiben und aufmerksam den vielen Lautäußerungen der zumeist häufigen Arten im Siedlungsbereich und im Wald lauschen. Und mit etwas Übung werden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende an den lautmalerischen, eintönigen Gesang des Zilpzalps erinnern, an das fünfteilige „Hu-HU-Hu-Hu-Hu“ der Ringeltaube, den flötenden Gesang der Amsel oder an das „kristallen“ klirrende, abwechslungsreiche Lied des Rotkehlchens. Je einmal in den Frühjahrsmonaten März, April und Mai bietet die OAG auch im Jahre 2026 Vogelstimmenführungen in Dottendorf an. Zusammen mit weiteren Veranstaltungsangeboten anderer Träger und auch weiteren Führungen der OAG an anderen Orten werden sie im gemeinsamen Programm „Naturerlebnis in Bonn und Umgebung“ von Umwelt- und Naturschutzverbänden und –einrichtungen aus der Region Bonn veröffentlicht.

Die Führungen in Dottendorf sind für interessierte Personen mit wenig oder keinen Vorkenntnissen konzipiert. Im Mittelpunkt steht die Freude am konzentrierten Hören. Wie geht man am besten vor, um das eigene Hören zu schulen und sich in der Welt der Vogelstimmen zurecht zu finden? Welche Tricks und Hilfsmittel gibt es, um sich unterschiedliche Vogelstimmen besser zu merken? Jede Tour bringt neue Überraschungen. Bei der Aprilführung war zum Beispiel das erste Mal ein Mittelspecht - ein kleinerer Verwandter des bekannten Buntspechtes - zu sehen und zu hören. Die schönste Belohnung für uns als Verantwortliche für die Führungen ist es, wenn die Teilnehmenden merken, dass sie das wichtigste Hilfsmittel – den eigenen Gehörsinn – stets mit sich tragen und auch daheim im heimischen Garten oder auf dem Balkon einfach einmal entspannt den Vogelstimmen lauschen können und wahrnehmen, welche Vielfalt an Vogelarten und -stimmen auch rund um das eigene Zuhause existiert.

Die letzte Vogelstimmenführung in Dottendorf wird am 9. Mai stattfinden. Dann sollten auch die letzten Zugvögel eingetroffen sein, wie beispielsweise die Mauersegler. Wir werden uns überraschen lassen!

Kim Selders & Rudolf Specht

Mehlschwalben-Nisthilfen-Aktion in Friesdorf (Bonn)

Mehlschwalben-Nisthilfen-Aktion in Bonn-Friesdorf

Am 16. März 2026 fand in Bonn Friesdorf eine Aktion zur Anbringung von Mehlschwalben-Nisthilfen gemeinsam mit der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Bad Godesberg statt. Im Rahmen privater Ansprache Friesdorfer HausbesitzerInnen konnten an zwei Häusern insgesamt vier Mehlschwalben-Doppel-Nisthilfen angebracht werden.

Die Jugendfeuerwehr konnte die Aktion als Ausbildungseinheit nutzen und so das Aufstellen von langen Leitern üben. Die regionale Presse war vor Ort und konnte mit Hintergrundinfos zu Gebäudebrütern und über die Aktivitäten der OAG Bonn informiert werden.

Eine weitere Aktion mit der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Bad-Godesberg an weiteren Privathäusern ist in Dottendorf und Friesdorf am 23. März 2026 geplant.

Hintergrund: Mehlschwalben kommen als Zugvogel und Sommerbote im April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück nach Deutschland, um hier zu brüten und bis in den September hinein ihre Jungen großzuziehen. Durch das bewusste Entfernen von Nestern, die moderne Bauweise von Häusern (glatte Fassaden) und auch das fehlende Nahrungsangebot (Insektensterben) ist die Mehlschwalbe in ihrem Bestand gefährdet. Leider geht die Akzeptanz und damit der Lebensraum der Schwalben immer weiter zurück. Hausbesitzer:innen können mit künstlichen Nisthilfen dazu beitragen, dass diese Vogelart in unseren Städten und Dörfern weiterhin heimisch ist. Da Schwalben ausgesprochene Koloniebrüter sind, kann jedes erfolgreich besetzte Nest zur Stärkung der Population beitragen.

Jörg Liesen

 

Termine 2026

 

Wintervogelrallye: 10.01.
OAG
: 29.01.
BBC
: 26.02.
OAG: 26.03.
BBC: 23.04. (vorbehaltlich)
Birdrace: 02.05. (vorbehaltlich)
Tag der Artenvielfalt: noch nicht bekannt
OAG: 28.05. (vorbehaltlich)
BBC: 25.06. (vorbehaltlich)
OAG: 30.07. (vorbehaltlich)
BBC: 27.08. (vorbehaltlich)
Autumn Bird Count: 05.09. (vorbehaltlich)
OAG: 24.09. (vorbehaltlich)
BBC: 29.10. (vorbehaltlich)
OAG: 29.11. (vorbehaltlich)
BBC: 10.12. Weihnachtsmarkt Bonn (18 Uhr) (vorbehaltlich)

Zur Erläuterung:

BBC (Bonner Bird Club - Orni-Stammtisch): 19:30 Uhr, Ort über Mail-Verteiler

OAG Treffen: 19: 30 Uhr, Hybrid/Online oder vor Ort über Mail-Verteiler (meist Hörsaal auf dem Hügel 6, 53121 Bonn)

 

 

Exkursionen & Erfassungen

Exkursionen:
Unsere Exkursionen stehen im Veranstaltungsprogramm der Biostation Bonn gemeinsam mit den anderer Verbände in der Region:
https://www.biostation-bonn-rheinerft.de/veranstaltungen/

Frühere Exkursionen:
19.01.2019: Wintergäste am Unteren Niederrhein
14.06.2019: Ziegenmelker in der Drover Heide
24.08.2019: Mornellregenpfeifersuche im Maifeld
28.09.2019: Vogelzug auf der Kasseler Heide

05.09.2020: Vogelzug Kasseler Heide
31.10.2020: Vogelzug Villerücken bei Bornheim - abgesagt
30.12.2020: 1. Wintervogelrallye (WVR)

08.05.2021: Birdrace

08.02.2022: 2. Wintervogelrallye (WVR)
07.05.2022: Birdrace
03.09.2022: Autumn Bird Count (ABC)

07.01.2023: 3. Wintervogelrallye (WVR)
06.05.2023: Birdrace
02.06.2023: Ziegenmelker in der Drover Heide
02.09.2023: Autumn Bird Count (ABC)

05.01.2024: 4. Wintervogelrallye
04.05.2024: Birdrace
07.09.2024: Exkursion Annaberger Feld
11.10.2024: Autumn Bird Count (ABC)

04.01.2025: 5. Wintervogelrallye
25.01.2025: Wintergäste und Standvögel an der Siegmündung
15.03.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)
22.03.2025: Frühe Sänger und späte Wintergäste am Rheinauensee
12.04.2025: Vögel und Vogelstimmen in Siedlungen und Wald (Dottendorf)
03.05.2025: Birdrace
10.05.2025: Vogelkundliche Wanderung im Siebengebirge
10.05.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)
24.05.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)

Erfassungen:
2018: Türkentaube in Bonn
2019: Brutvögel Dottendorf
2020: Rasterkartierung
2021: Rasterkartierung, Trauerschnäpper Kottenforst
2022: Ahrmündung
2023: Orpheusspötter
2025-2029: ADEBAR 2

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