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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Mehlschwalben-Nisthilfen-Aktion in Friesdorf (Bonn)

Mehlschwalben-Nisthilfen-Aktion in Bonn-Friesdorf

Am 16. März 2026 fand in Bonn Friesdorf eine Aktion zur Anbringung von Mehlschwalben-Nisthilfen gemeinsam mit der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Bad Godesberg statt. Im Rahmen privater Ansprache Friesdorfer HausbesitzerInnen konnten an zwei Häusern insgesamt vier Mehlschwalben-Doppel-Nisthilfen angebracht werden.

Die Jugendfeuerwehr konnte die Aktion als Ausbildungseinheit nutzen und so das Aufstellen von langen Leitern üben. Die regionale Presse war vor Ort und konnte mit Hintergrundinfos zu Gebäudebrütern und über die Aktivitäten der OAG Bonn informiert werden.

Eine weitere Aktion mit der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Bad-Godesberg an weiteren Privathäusern ist in Dottendorf und Friesdorf am 23. März 2026 geplant.

Hintergrund: Mehlschwalben kommen als Zugvogel und Sommerbote im April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück nach Deutschland, um hier zu brüten und bis in den September hinein ihre Jungen großzuziehen. Durch das bewusste Entfernen von Nestern, die moderne Bauweise von Häusern (glatte Fassaden) und auch das fehlende Nahrungsangebot (Insektensterben) ist die Mehlschwalbe in ihrem Bestand gefährdet. Leider geht die Akzeptanz und damit der Lebensraum der Schwalben immer weiter zurück. Hausbesitzer:innen können mit künstlichen Nisthilfen dazu beitragen, dass diese Vogelart in unseren Städten und Dörfern weiterhin heimisch ist. Da Schwalben ausgesprochene Koloniebrüter sind, kann jedes erfolgreich besetzte Nest zur Stärkung der Population beitragen.

Jörg Liesen

 

Studie Brutvogelvielfalt der Ahrmündung

Langfristige Veränderungen übertreffen Auswirkungen des Hochwassers an der Ahrmündung

Im Naturschutzgebiet Ahrmündung bei Sinzig ist es seit 1984 zu einer deutlichen Verschiebung im Artenspektrum der Brutvögel gekommen. Während eher weit verbreitete Gebüsch- und Waldarten zunahmen, gingen viele seltene Arten offener Lebensräume zurück.

Diese Langzeitentwicklung war bedeutend stärker und nachhaltiger als die Auswirkungen des Ahrhochwassers von 2021. Dies weist eine Studie von Biologinnen und Biologen der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bonn mit der Universität Osnabrück nach.

Ein Team von Ornithologinnen und Ornithologen hat die Vergleichsuntersuchung durchgeführt, die sich auf Kartierungen aus den Jahren 1984, 2020 und 2022 stützt. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift “European Journal of Ecology” erschienen. Beteiligt waren Ehrenamtliche der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bonn am Leibniz Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels und Wissenschaftler der Universität Osnabrück.

Naturschutzgebiete haben das vorrangige Ziel, die lokale Biodiversität zu schützen und zu erhalten. Allerdings fehlen für viele Schutzgebiete historische Daten zur Artenzusammensetzung und Häufigkeit, was eine Beurteilung der Funktionalität der Gebiete erschwert. „Im Fall des Naturschutzgebiets Ahrmündung waren wir in der glücklichen und seltenen Lage, dass uns nicht nur mehrere Jahrzehnte alte Daten zur Verfügung standen, sondern auch welche aus einer aktuellen Kartierung aus dem Jahr 2020. Diese Daten konnten wir dann mit unseren Daten aus 2022 vergleichen“, sagt Götz Ellwanger von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bonn. Es hat sich gezeigt, dass die im Managementplan des Naturschutzgebietes beschriebene Entwicklung eines flussbegleitenden Auwaldes zwar eingetreten ist, die gleichzeitig geforderte Entwicklung des Gebiets für die Belange von Vogelarten, die offenere Lebensräume benötigen, aber nicht stattgefunden hat. Seit 1984 konnte eine starke Bestandszunahme bei Gebüsch- und Waldarten wie Mönchsgrasmücke und Zilpzalp und die Etablierung einer stabilen Nachtigallpopulation beobachtet werden, Offenlandarten wie Sumpfrohrsänger, Girlitz oder Feldsperling hingegen gingen stark zurück oder verschwanden ganz aus dem Gebiet.

„Ursprünglich hatten wir erwartet, dass die Ahrflut vom Juni 2021 an der Ahrmündung starke Auswirkungen auf die Vogelwelt hatte. Dies ist jedoch kaum zu beobachten“, so PD Dr. Stefan Abrahamczyk von der Universität Osnabrück. Im Folgejahr waren die Bestände einzelner Unterholzarten zwar leicht reduziert, aber die langfristige Gesamtentwicklung des Naturschutzgebietes hatte deutlich stärkerer Auswirkungen als das einzelne Katastrophenereignis.

Bei den beiden Kartierungen von 2020 und 2022 hat sich außerdem gezeigt, dass die Fettwiesen im Süden und Nordosten des Schutzgebiets kaum von Vögeln als Brutplatz genutzt werden, da sie trotz Einstellung der Düngung und regelmäßiger Mahd noch immer zu dicht und hochwüchsig sind, was für Vögel ungeeignet ist. Auch werden diese Flächen regelmäßig von Personen mit Hunden begangen, so dass von einer starken Störung des Gebietes ausgegangen werden kann. Die Artenvielfalt auf diesen Flächen würde höchstwahrscheinlich von einer extensiven Beweidung, z.B. durch Wasserbüffel, deutlich profitieren. Dies wurde bereits in der Vergangenheit vorgeschlagen und diskutiert, allerdings nach der Flut 2021 nicht weiterverfolgt.

Publikation: Ellwanger G., van der Geest O., Grimm J., Haubrich J., Stiels D., Abrahamczyk S. 2025 Long-term decline and homogenization of an avian community surpasses effects on bird diversity caused by a single extreme flood event. European Journal of Ecology:  https://doi.org/10.17161/eurojecol.v11i1.21879 

Herbstexkursion an den Drachenfels

Am 12.10.2025 fand wieder eine Exkursion statt. Unter Leitung von Lars Eichler ging es passend zum globalen #MigratoryBirdDay an den Drachenfels. Hier ist Lars' Bericht:

Bereits um 08:15 trafen wir uns als kleine Gruppe am Bahnhof Rhöndorf, der den Ausgangspunkt unserer Exkursion bilden sollte. Unser Ziel an diesem Morgen war diesmal der Drachenfels mit seinen Weinbergen, sowie das nahe Rheinufer einschließlich der Insel Grafenwerth. Das Gebiet hat seit jeher eine artenreiche Geschichte und beherbergt bis heute eine Vielzahl an seltenen Brut- und Rastvögeln, wovon wir uns an diesem Tag selbst überzeugen konnten.

Die Exkursion startete relativ ruhig mit ersten Sichtungen gängiger Waldarten wie Gartenbaumläufern, Rotkehlchen und Sommergoldhähnchen, die alle an ihrem Ruf unterschieden werden wollten. Eine gute Gelegenheit, sich die charakteristischsten Lautäußerungen dieser Arten einzuprägen. Ein ziehender Bergfink und Graugänse erinnerten uns weiter oben zwischen den Weinbergen, dass insbesondere migrierende Arten eine spannende Überraschung werden können. Am Horizont tauchte nun aber eine Silhouette auf, die uns mit ihrer rudernden Bewegung bald keinen Zweifel mehr ließ. Ein Wanderfalke flog die nahe Felswand inklusive geschlagener Beute an und begann kurz darauf, diese zu rupfen. Das Spektiv einer unserer Exkursionsteilnehmer leistete wertvolle Dienste bei der Beobachtung. Nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Ohren wurden schon bald auf die Probe gestellt. Erst hörten wir einzelne Rufe einer Zippammer, dann konnten wir den auffliegenden Vogel wenig später frei sitzend in Gesellschaft mit diesjährigem Hausrotschwanz-Nachwuchs sichten. Unser beständiges Nachprüfen der Zippammer-Rufe und die sorgfältige Einordnung artfremder Rufe haben uns zur Beobachtung verholfen. Diese auf der roten Liste der Brutvögel Deutschlands als vom Aussterben bedroht gelistete Art hat eines ihrer nördlichsten Brutvorkommen weltweit am Drachenfels.

Die nächste Etappe bildete das Rheinufer bis zur Insel Grafenwerth, wo uns nicht nur Eisvogel und Haubentaucher erwarteten, sondern auch gleich Tannenmeise, Haubenmeise und Wintergoldhähnchen. Der Hafen und die Parkanlagen warteten noch mit Misteldrosseln, Silbermöwen und Gebirgsstelzen auf. Unterwegs blieb natürlich genug  Zeit für den Austausch über Seltenheiten, Projekte und die anstehende ADEBAR-Kartierung in den nächsten Jahren.

Mit Blick auf das nebelverhangene Rheintal ließen wir die Exkursion an dieser Stelle ausklingen.
Ich bedanke mich herzlich für das Interesse und die großzügigen Spenden!

Bis zum nächsten Mal.

Text: Lars Eichler
Foto: Exkursiongruppe am Drachenfels

Rückblick auf den Autumn Bird Count 2025

Am 06.09. war unser diesjähriger "Autumn Bird Count", eines von drei "Birdraces", an dem wir innerhalb von 24 Stunden versuchen, möglichst viele Vögel zu beobachten.

Für viele ging es also früh morgens los, Rotkehlchen schnickern bereits vor Sonnenaufgang. Beobachtende waren in vielen verschiedenen Teilen von Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis unterwegs. Außerdem fanden gleich zwei Exkursionen statt (Bericht auf dieser Seite). Einige haben sich nur kurz beteiligt, andere waren bis abends draußen. Als einer der letzten Vogelarten wurde abends noch der Uhu festgestellt. Ansonsten wurden kaum Eulen festgestellt, wenn auch immerhin ein Waldkauz im Tagesversteck.
Die Artenliste stand am Ende bei beachtlichen 105 Arten in beiden Kreisen. Unser kleines Tippspiel hat daher Kathrin Schidelko gewonnen, die die korrekte Artenzahl vorher richtig vermutet hatte. Beachtliche 899 Beobachtungen wurden in ornitho.de eingegeben, 235 in Bonn und 654 in SU. Auch die Artenzahl war nicht gleichmäßig verteilt. In BN waren es 67 Arten, in SU 100. Wirklich erfreulich war es, dass die Beobachtungen von 40 verschiedenen Melder:innen stammten, in Bonn waren es 17, im Kreis SU 23! 
Natürlich wurden auch einige besondere Vogelarten festgestellt. Die Liste umfasst Vögel wie Schwarzschwan, Grauschnäpper, Trauerschnäpper, Braunkehlchen, Steinschmätzer, Gartenrotschwanz und Feldsperling in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis waren es z.B. Knäkente, Tüpfelsumfhuhn, Wasserralle, Bekassine, Waldwasserläufer, Schwarzstorch, Fischadler, Wespenbussard, Rohrweihe, Neuntöter, Uferschwalbe, Klappergrasmücke, Trauerschnäpper, Braunkehlchen, Gartenrotschwanz, Steinschmätzer.
Wir hoffen, alle hatten an diesem Tag Freude an der Vogelbeobachtung. Und nach dem ABC ist vor der Wintervogelrallye :-)
 
Foto: Ziehender Fischadler beim ABC im letzten Licht Darius Stiels

 

Termine 2026

 

Wintervogelrallye: 10.01.
OAG
: 29.01.
BBC
: 26.02.
OAG: 26.03.
BBC: 23.04. (vorbehaltlich)
Birdrace: 02.05. (vorbehaltlich)
Tag der Artenvielfalt: noch nicht bekannt
OAG: 28.05. (vorbehaltlich)
BBC: 25.06. (vorbehaltlich)
OAG: 30.07. (vorbehaltlich)
BBC: 27.08. (vorbehaltlich)
Autumn Bird Count: 05.09. (vorbehaltlich)
OAG: 24.09. (vorbehaltlich)
BBC: 29.10. (vorbehaltlich)
OAG: 29.11. (vorbehaltlich)
BBC: 10.12. Weihnachtsmarkt Bonn (18 Uhr) (vorbehaltlich)

Zur Erläuterung:

BBC (Bonner Bird Club - Orni-Stammtisch): 19:30 Uhr, Ort über Mail-Verteiler

OAG Treffen: 19: 30 Uhr, Hybrid/Online oder vor Ort über Mail-Verteiler (meist Hörsaal auf dem Hügel 6, 53121 Bonn)

 

 

Exkursionen & Erfassungen

Exkursionen:
Unsere Exkursionen stehen im Veranstaltungsprogramm der Biostation Bonn gemeinsam mit den anderer Verbände in der Region:
https://www.biostation-bonn-rheinerft.de/veranstaltungen/

Frühere Exkursionen:
19.01.2019: Wintergäste am Unteren Niederrhein
14.06.2019: Ziegenmelker in der Drover Heide
24.08.2019: Mornellregenpfeifersuche im Maifeld
28.09.2019: Vogelzug auf der Kasseler Heide

05.09.2020: Vogelzug Kasseler Heide
31.10.2020: Vogelzug Villerücken bei Bornheim - abgesagt
30.12.2020: 1. Wintervogelrallye (WVR)

08.05.2021: Birdrace

08.02.2022: 2. Wintervogelrallye (WVR)
07.05.2022: Birdrace
03.09.2022: Autumn Bird Count (ABC)

07.01.2023: 3. Wintervogelrallye (WVR)
06.05.2023: Birdrace
02.06.2023: Ziegenmelker in der Drover Heide
02.09.2023: Autumn Bird Count (ABC)

05.01.2024: 4. Wintervogelrallye
04.05.2024: Birdrace
07.09.2024: Exkursion Annaberger Feld
11.10.2024: Autumn Bird Count (ABC)

04.01.2025: 5. Wintervogelrallye
25.01.2025: Wintergäste und Standvögel an der Siegmündung
15.03.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)
22.03.2025: Frühe Sänger und späte Wintergäste am Rheinauensee
12.04.2025: Vögel und Vogelstimmen in Siedlungen und Wald (Dottendorf)
03.05.2025: Birdrace
10.05.2025: Vogelkundliche Wanderung im Siebengebirge
10.05.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)
24.05.2025: Vogelstimmen und Vögel in Siedlungsbereich und Wald für Anfänger (Dottendorf)

Erfassungen:
2018: Türkentaube in Bonn
2019: Brutvögel Dottendorf
2020: Rasterkartierung
2021: Rasterkartierung, Trauerschnäpper Kottenforst
2022: Ahrmündung
2023: Orpheusspötter
2025-2029: ADEBAR 2

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