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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Die Weinberge am Drachenfels in Bad Honnef sind unter Ornis vor allem als eines der nördlichsten Brutplätze der Zippammer in Mitteleuropa bekannt. Seit Samstag, den 11. Januar 2020 hält sich am Drachenfels in Bad Honnef zusätzlich auch eine Zwergammer auf. Der Vogel wurde von einem niederländischen Beobachter entdeckt. Am darauffolgenden Dienstag waren die Details zu dieser Beobachtung geklärt und sogar Fotos waren auf ornitho.de hochgeladen. Grund genug für die Ornis aus der OAG, eine Nachsuche zu starten und der Vogel konnte schnell wiedergefunden werden. Er zeigte sich jedoch oft nur kurz, mittlerweile gelangen einigen Beobachter*innen aber sogar schöne Fotos des seltenen Gastes. Oft fällt der Vogel zuerst durch seine an einen Kernbeißer erinnernden Rufe auf. Zwergammern sind Brutvögel der eurasischen Taiga, die in Europa nur in Fennoskandien und Russland regelmäßig brüten. Sie überwintern normalerweise in Süd- und Südostasien und sind im mitteleuropäischen Binnenland eine Ausnahmeerscheinung. Aus NRW lagen bisher nur fünf anerkannte Nachweise vor, die jedoch vom Frühjahrs- bzw. Herbstdurchzug stammen. Vielleicht bleibt die Zwergammer noch ein Weilchen am Drachenfels, aus anderen Regionen Westeuropas gibt es Berichte über Überwinterungen. Bisher haben bereits zahlreiche Ornis aus der Region die Gelegenheit genutzt, sich den seltenen Besucher aus der Nähe anzuschauen, einige haben sogar eine weitere Anreise auf sich genommen. Sollten Sie ebenfalls an den Drachenfels kommen, bleiben Sie dort bitte unbedingt auf den Wegen und respektieren Sie bitte die Privatsphäre der Anwohner. Wir danken Jack Berg für die tolle Entdeckung und wünschen allen Besuchern am Drachenfels viel Spaß und Erfolg bei der Ammernsuche.

 

Am Morgen des 05.10.2019, dem Tag des diesjährigen European Birdwatch, trafen sich 8 Zugvogelenthusiasten auf der Aussichtskuppe der ehemaligen Mülldeponie Oedingen. Die Kuppe ist aufgrund der Lage und Aussicht ein vielversprechender Standort für die Zugvogelbeobachtung. Dort, von der linksrheinischen Rheintalkante bietet sich gen Osten ein eindrucksvoller, weiter Blick über die Hangwälder und das Rheintal hinweg zu Siebengebirge und Westerwald. Gen Westen geht der Blick über die Grafschaft bis zur Eifel.
Wir erlebten einen ständiges Durchziehen von kleinen und größeren zumeist Singvogelschwärmen. Häufig flogen diese direkt auf uns zu und bogen erst kurz vorher ab, so dass wir bei der Artbestimmung nicht, wie so oft, auf die Flugrufe angewiesen waren, sondern aufgrund der Nähe auch optisch erkennen konnten, wer da fliegt. Dabei waren u.a. Bergfinken, Buchfinken, Wiesenpieper, Singdrosseln, Bachstelzen, Kernbeißer, Erlenzeisige, Stieglitze, Bluthänflinge, Goldammern, Ringeltauben und Kormorane. Nach knapp 3 Stunden ließ die Zugaktivität nach, sodass die mittlerweile runtergekühlten Birder gegen 10:30 h willig den Rückweg antraten.

Die mittlerweile traditionelle Zugvogelexkursion in die Kasseler Heide fand auch in diesem Jahr in organisatorischer Kooperation mit dem NABU Bonn statt. Dadurch konnte wieder ein größerer Interessentenkreis über den Veranstaltungskalender "Naturerlebnis in Bonn und Umgebung" erreicht werden. Entsprechend abwechslungs- und zahlreich war dann auch die Gruppe, die am 28.09.2019 um 8:00 Uhr beim Kloster Heisterbach am Weilberg zusammenkam.

24 Fernglasträger/innen marschierten auf den offenen Höhenzug nördlich des Weilbergs und ließen sich dabei auch nicht von einem kurzen Schauer aufhalten. Die abwechslungsreiche kleinteilige Agrarlandschaft, mit der Heide nur noch im Namen, lockt ziehende Singvögel zur Rast auf die teils ökologisch bewirtschafteten Flächen und bietet Seglern Thermik für die Überquerung des Siebengebirges.

Unter den 47 Arten, die uns vor Linsen und Ohren flogen, waren Habicht, Sperber, Rotmilan, Mäusebussard, Turmfalke, Kormoran, Graureiher, Kiebitz, Feldlerche, Rauchschwalbe, Mönchsgrasmücke, Misteldrossel, Amsel, Wacholderdrossel, Singdrossel, Schwarzkehlchen, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Baumpieper, Wiesenpieper, Schafstelze, Bachstelze, Buchfink, Grünfink, Stieglitz, Bluthänfling und Goldammer.

Zum Glück gab es erst auf dem Rückweg eine zweite Dusche. Die Auswirkungen waren aber durch den gratis mitgelieferten kräftigen Wind wie weggeblasen. So kamen wir wohlbehalten gegen 12:10 h zurück zum Kloster Heisterbach.

Herbst und Spätsommer sind Tagungszeiten: An diesem Wochenende fand im Maritim-Hotel Bonn die "Konferenz der Arten" statt. Auf Einladung des Museum A. Koenig trafen sich Akteurinnen und Akteure aus ehrenamtlicher und akademischer Forschung, Wissenschaft, Taxonomie, Didaktik und Naturschutz, um sich in Zeiten der großen Biodiversitätskrise untereinander auszutauschen, zu diskutieren, aktuelle Probleme zu identifizieren und vor allem Lösungswege aufzuzeigen. Auch die OAG Bonn war mit einem Stand vertreten, an dem wir die Möglichkeit hatten unsere Tätigkeiten vorzustellen. Das besondere an diesem Treffen war der weite Blick über den eigenen ornithologischen Tellerrand, die Möglichkeiten zum Kontakt zu anderen Vereinen und Gruppierungen und Institutionen. Das Programm war im Wesentlichen zweigeteilt: Am ersten Tag gab es ein ausgezeichnetes Vortragsprogramm mit Referenten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen - Expertinnen und Experten für verschiedene Organismengruppen ebenso wie Didaktiker und Naturschützer. Eine Podiumsdiskussion bildete ein gelungenes Abendprogramm. Am zweiten Tag boten Workshops die Möglichkeit, sich intensiv in verschiedene Themen um ehrenamtliches Engagement, Gesellschaft, Politik, Naturschutz und Umweltbildung einzubringen. Ein Abschlussbericht, der auch an die zuständigen Ministerien gehen wird wie auch eine Pressekonferenz sorgen hoffentlich dafür, dass die Konferenz der Arten auch in der Öffentlichkeit Impulse setzen kann. Eine Folgeveranstaltung ist für das Jahr 2021 angedacht. Wir danken den Veranstaltern der Tagung für die professionelle, reibungslose Organisation (und den tollen Messestand, den wir behalten dürfen) und bedanken uns bei allen OAG-Teilnehmer*innen, die vor Ort waren und unseren Stand betreut haben!

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Termine 2020

 

OAG: 30.01.
BBC
: 27.02.
OAG: 26.03.
BBC: 30.04.
OAG: 28.05.
BBC: 25.06.
OAG: 30.07.
BBC: 27.08.
OAG: 24.09.
BBC: 29.10.
OAG: 26.11.
BBC: Weihnachtstreffen wird separat angekündigt

Zur Erläuterung:

BBC (Bonner Bird Club - Orni-Stammtisch): 19:30 Uhr, im "Spleen", Sternenburgstrasse 12

OAG Treffen: 19.30 Uhr, Seminarraum im Clas-Naumann-Gebäude des Museum Koenigs, Adenauer Allee 160

 

 

Exkursionen & Erfassungen

 

Exkursionen:
19.01.2019: Wintergäste am Unteren Niederrhein
14.06.2019: Ziegenmelker in der Drover Heide
24.08.2019: Mornellregenpfeifersuche im Maifeld
28.09.2019: Vogelzug auf der Kasseler Heide

 

Erfassungen:
2018: Türkentaube in Bonn
2019: Brutvögel Dottendorf
2020: Rasterkartierung

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