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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Am Morgen des 18. Mai meldete Olaf Engler über unseren Verteiler einen Rotkopfwürger aus der Hangelarer Heide. Schnell waren zahlreiche Beobachter*innen vor Ort, um den Vogel zu bestaunen. Wie für Würger typisch, zeigte sich der Rotkopfwürger häufig frei sitzend auf der Spitze von Büschen, gut zu beobachten von einer etwas oberhalb gelegenen Plattform. Daneben, oft sogar im selben Busch, zeigte sich außerdem ein männlicher Neuntöter, weiterhin waren Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke, Feldlerche und viele andere zu sehen und zu hören. Auch das Wetter spielte mit, die Sonne sorgte für sommerliche Atmosphäre. Leider blieb es bei diesem kurzen Intermezzo, am nächsten Morgen war der Rotkopfwürger wieder verschwunden. Rotkopfwürger waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch Brutvögel bei uns in der Region. Mttlerweile ist die Art in fast ganz Mitteleuropa leider ausgestorben und so selten, dass die Beobachtung bei der avifaunistischen Kommission der NWO dokumentiert werden muss, die über die offizielle Anerkennung des Nachweises entscheidet.

Der erste Samstag im Mai ist für viele Vogelbeobachter*innen ein feststehender Termin im Kalender: das Birdrace steigt! Und dieses Birdrace 2019 wird allen Teilnehmern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Während in den vergangenen Jahren meistens Anfang Mai die Sonne lachte oder sich zumindest der Niederschlag in Grenzen hielt, war diesmal das Wetter den Ornis nicht gerade wohlgesonnen: Anfangs schüttete es wie aus Kübeln, dazu frische Temperaturen um den Gefrierpunkt, ein eisiger Wind und zwischendurch war statt Regen Schnee und Hagel angesagt! Trotzdem gingen fünf Teams im Rhein-Sieg-Kreis an den Start, drei Teams waren in Bonn unterwegs, einige übrigens umweltfreundlich mit dem Rad - bei den äußeren Bedingungen eine besondere Herausforderung. Neben dem schon lange in Bonn etablierten Team "Birding for Nature" waren auch wieder die "Doppelkornweihen" mit dabei, außerdem das neue Team "Zilpzalp-Fitis-Waldlaubsänger". Im Rhein-Sieg-Kreis konkurrierten die "Rheinregenpfeifer" mit dem "Kommando Truthuhn", den "Bergischen Baumläufern", "Piepmeyers" und "Wachtelprinzen". Am Abend waren natürlich alle k.o. und durchgefroren, aber sicher waren alle froh über die für das widrige Wetter erstaunlichen Beobachtungen: Insgesamt wurden allein im Rhein-Sieg-Kreis von allen Teams gemeinsam 125 Vogelarten beobachtet. Die lokale Krone ging an die Rheinregenpfeifer mit 111 Arten. Das Spendenrennen gewannen wie immer "Birding for Nature" mit herausragenden 3419,80 Euro! Trotz der vielen Teams gab es auch einige Vogelarten, die nur von einzelnen Gruppen festgestellt wurden. Darunter fanden sich so spannende Arten wie Knäkente, Schwarzstorch, Waldohreule, Uhu, Zippammer und viele andere.

Das Birdrace macht nicht nur Spaß, sondern dient auch einem guten Zweck. Beim Birdrace werden Spenden für ornitho.de gesammelt - die Datenbank dient nicht nur dem Austausch von Beobachtungen, sondern ist als Monitoringplattform eine der Grundlagen effektiven Vogelschutzes bei uns.

Der Niederrhein zwischen Duisburg und Nijmegen ist eines der Hotspots für die Beobachtung von Wintergästen und Zugvögeln in NRW. Hier überwintern große Gänsemassen, auf den zahlreichen Gewässern sammeln sich große Entenschwärme und viele andere Arten lassen einen Ausflug in die Region immer wieder zu einem Erlebnis werden. Am 19. Januar sind wir relativ spontan zu sechst zu einer Exkursion dorthin aufgebrochen. Treffpunkt war wie gewohnt das Museum Koenig und von dort aus ging es zuerst an die Bislicher Insel bei Xanten. Zwerg- und Gänsesäger und viele andere Wasservögel bildeten ein erstes Highlight, das Kerngebiet war voller Rotdrosseln und am Ende des Pfades sahen wir von einer Beobachtungshütte nach kurzer Wartezeit auch die lokalen Seeadler. Die Bislicher Insel ist das einzige Brutgebiet der seltenen Art in NRW und das einzige Paar gilt als große Kostbarkeit der Region. Große Gänsemassen waren auf Feldern und Wiesen zu sehen, die flachen Flutmulden waren teilweise zugefroren, aber in der Entfernung entdeckten wir noch die erhofften Spießenten. Bei einem unserer nächsten Stopps entdeckten wir drei Singschwäne in Gesellschaft von Tundrasaatgänsen, die auch zuvor schon via ornitho dort gemeldet waren. Danach ging es weiter nach Norden, um weitere Gänsetrupps in den Rheinvorländern bei Grieth zu beobachten. Auch Große Brachvögel überwintern nahe der Emmericher Brücke regelmäßig und wir konnten einige der auffälligen Watvögel mit dem langen Schnabel beobachten. Es wurde zunehmend dämmrig und einen letzten Halt legten wir rechtsrheinisch am Reeser Meer ein, wo ein Schwarzhalstaucher der letzte ornithologische Höhepunkt der Tour werden sollte. Von dort ging es zurück nach Bonn.

Anlässlich des EuroBirdwatch 2018 (http://www.eurobirdwatch.eu) lag der Schwerpunkt der Exkursion am 6. Oktober 2018 auf der Zugvogelbeobachtung. Dazu trafen sich um 8:00 h morgens 26 Teilnehmer beim Kloster Heisterbach im Siebengebirge. Bei schönstem Sonnenschein bot sich schon von dort ein guter Blick auf den Pass zwischen Dollendorfer Hardt und Weilberg, den nicht wenige Vögel nutzen, um wahrscheinlich den hohen Siebengebirgszügen im Süden auszuweichen. Im Laufe der Exkursion sahen wir entsprechend mehrmals Singvogelschwärme und Greife (Rotmilane, Mäusebussarde, Sperber) auf dieser Route gen Süd-West ziehen.
Unser Weg führte vorerst aber in entgegengesetzte Richtung über den Pass, um das eigentliche Ziel des Tages zu erreichen: Den Höhenzug zwischen Weilberg und Oelinghoven, auch Kasseler Heide genannt. Von der Heide ist schon seit Langem nichts mehr zu sehen, aber immerhin bietet der von Strassen unzerschnittene offene Höhenzug noch eine abwechslungsreiche kleinteilige Kulturlandschaft aus Äckern, Weiden und Obstwiesen. Dass dort ein Bio-Landwirt einen Teil der Flächen bewirtschaftet, macht die Gegend sicher noch attraktiver für rastende Zugvögel. Zumeist hörten wir über unseren Köpfen, sahen aber auch am Boden und im Geäst u.a. Steinschmätzer, Heidelerche, Feldlerche, Wiesen- u. Baumpieper, Fichtenkreuzschnabel, Rauschschwalbe, Mistel-, Wacholder-, Sing-, u. Rotdrossel, Bluthänfling, Goldammer und Bergfink. Was potenziell unseren Augen und Ohren verschlossen blieb, zeigte uns ein Habicht.  Er stieß  in eine große dichte Eichenkrone und herausgeflogen kamen 8 Rotmilane, gefolgt von einem Schwarm Ringeltauben mit dem Habicht auf den Fersen.
Der Nordteil des Höhenzuges bietet einen weiten Panoramablick über das Siegtal hinaus ins Bergische. Mit etwas Glück (und Spektiv) sieht man so schon in der Ferne große ziehende Vögel heranfliegen. Angesichts angenehmer Mittagstemperaturen von 20°C haben wir eine Stunde lang die günstigen Bedingungen genutzt, um Rotmilane, Mäusebussarde, Sperber, Turmfalken, Kolkraben, Kormorane und Kiebitze zu beobachten. Danach ging es langsam zurück zum Kloster Heisterbach, wo die Tour, wie geplant, gegen 13:00 h endete.

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Termine 2019

 

OAG: 31.01.
BBC
: 07.03. (wegen Karneval)
OAG: 28.03.
BBC: 25.04.
OAG: 30.05.
BBC: 27.06.
OAG: 25.07.
BBC: 29.08.
OAG: 26.09. (unter Vorbehalt)
BBC: 24.10.
OAG: 28.11.
BBC: Weihnachtstreffen wird separat angekündigt

Zur Erläuterung:

BBC (Bonner Bird Club - Orni-Stammtisch): 19:30 Uhr, im "Spleen", Sternenburgstrasse 12

OAG Treffen: 19.30 Uhr, Seminarraum im Clas-Naumann-Gebäude des Museum Koenigs, Adenauer Allee 160

 

 

Exkursionen & Erfassungen

Exkursionen:
19.01.19: Wintergäste am Unteren Niederrhein

Erfassungen:
2019: --- wird noch bekanntgegeben ---

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