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Ornithologische Arbeitsgemeinschaft in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Der Niederrhein zwischen Duisburg und Nijmegen ist eines der Hotspots für die Beobachtung von Wintergästen und Zugvögeln in NRW. Hier überwintern große Gänsemassen, auf den zahlreichen Gewässern sammeln sich große Entenschwärme und viele andere Arten lassen einen Ausflug in die Region immer wieder zu einem Erlebnis werden. Am 19. Januar sind wir relativ spontan zu sechst zu einer Exkursion dorthin aufgebrochen. Treffpunkt war wie gewohnt das Museum Koenig und von dort aus ging es zuerst an die Bislicher Insel bei Xanten. Zwerg- und Gänsesäger und viele andere Wasservögel bildeten ein erstes Highlight, das Kerngebiet war voller Rotdrosseln und am Ende des Pfades sahen wir von einer Beobachtungshütte nach kurzer Wartezeit auch die lokalen Seeadler. Die Bislicher Insel ist das einzige Brutgebiet der seltenen Art in NRW und das einzige Paar gilt als große Kostbarkeit der Region. Große Gänsemassen waren auf Feldern und Wiesen zu sehen, die flachen Flutmulden waren teilweise zugefroren, aber in der Entfernung entdeckten wir noch die erhofften Spießenten. Bei einem unserer nächsten Stopps entdeckten wir drei Singschwäne in Gesellschaft von Tundrasaatgänsen, die auch zuvor schon via ornitho dort gemeldet waren. Danach ging es weiter nach Norden, um weitere Gänsetrupps in den Rheinvorländern bei Grieth zu beobachten. Auch Große Brachvögel überwintern nahe der Emmericher Brücke regelmäßig und wir konnten einige der auffälligen Watvögel mit dem langen Schnabel beobachten. Es wurde zunehmend dämmrig und einen letzten Halt legten wir rechtsrheinisch am Reeser Meer ein, wo ein Schwarzhalstaucher der letzte ornithologische Höhepunkt der Tour werden sollte. Von dort ging es zurück nach Bonn.

Anlässlich des EuroBirdwatch 2018 (http://www.eurobirdwatch.eu) lag der Schwerpunkt der Exkursion am 6. Oktober 2018 auf der Zugvogelbeobachtung. Dazu trafen sich um 8:00 h morgens 26 Teilnehmer beim Kloster Heisterbach im Siebengebirge. Bei schönstem Sonnenschein bot sich schon von dort ein guter Blick auf den Pass zwischen Dollendorfer Hardt und Weilberg, den nicht wenige Vögel nutzen, um wahrscheinlich den hohen Siebengebirgszügen im Süden auszuweichen. Im Laufe der Exkursion sahen wir entsprechend mehrmals Singvogelschwärme und Greife (Rotmilane, Mäusebussarde, Sperber) auf dieser Route gen Süd-West ziehen.
Unser Weg führte vorerst aber in entgegengesetzte Richtung über den Pass, um das eigentliche Ziel des Tages zu erreichen: Den Höhenzug zwischen Weilberg und Oelinghoven, auch Kasseler Heide genannt. Von der Heide ist schon seit Langem nichts mehr zu sehen, aber immerhin bietet der von Strassen unzerschnittene offene Höhenzug noch eine abwechslungsreiche kleinteilige Kulturlandschaft aus Äckern, Weiden und Obstwiesen. Dass dort ein Bio-Landwirt einen Teil der Flächen bewirtschaftet, macht die Gegend sicher noch attraktiver für rastende Zugvögel. Zumeist hörten wir über unseren Köpfen, sahen aber auch am Boden und im Geäst u.a. Steinschmätzer, Heidelerche, Feldlerche, Wiesen- u. Baumpieper, Fichtenkreuzschnabel, Rauschschwalbe, Mistel-, Wacholder-, Sing-, u. Rotdrossel, Bluthänfling, Goldammer und Bergfink. Was potenziell unseren Augen und Ohren verschlossen blieb, zeigte uns ein Habicht.  Er stieß  in eine große dichte Eichenkrone und herausgeflogen kamen 8 Rotmilane, gefolgt von einem Schwarm Ringeltauben mit dem Habicht auf den Fersen.
Der Nordteil des Höhenzuges bietet einen weiten Panoramablick über das Siegtal hinaus ins Bergische. Mit etwas Glück (und Spektiv) sieht man so schon in der Ferne große ziehende Vögel heranfliegen. Angesichts angenehmer Mittagstemperaturen von 20°C haben wir eine Stunde lang die günstigen Bedingungen genutzt, um Rotmilane, Mäusebussarde, Sperber, Turmfalken, Kolkraben, Kormorane und Kiebitze zu beobachten. Danach ging es langsam zurück zum Kloster Heisterbach, wo die Tour, wie geplant, gegen 13:00 h endete.

Die 151. Jahrestagung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (www.do-g.de) fand dieses Jahr in Heidelberg statt. Eingeladen hatte die Arbeitsgruppe um Professor Michael Wink, übrigens neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Genetik und Pharmazie auch ein ehemaliger Bonner Orni, der sich auch intensiv mit der Vogelwelt des Rheinlandes befasst hat und den meisten Beobachter*innen der Region vor allem durch seine Atlaswerke und populärwissenschaftlichen Büchern vertraut sein dürfte. Die OAG Bonn hat auf der Konferenz nun erste Ergebnisse unserer Türkentaubenerfassung vorgestellt. Wir waren mit einem Poster vertreten, und Kathrin und Darius konnten während des traditionellen „Poster, Bier und Brezeln“ anderen Ornithologen unsere gemeinsame Erfassung präsentieren und die vorläufigen Ergebnisse diskutieren. Die Tagung war rundum gelungen und bot viele interessante und hochkarätige Beiträge. Ein kurzer Bericht von der Tagung befindet sich auch auf den Seiten der NWO (www.nw-ornithologen.de).

Im Westen des Rhein-Sieg-Kreises sowie im angrenzenden Kreis Euskirchen liegen einige der wertvollsten Feldvogellebensräume des Rheinlandes. In Absprache mit der Biologischen Station Euskirchen haben wir uns aufgemacht, um in der weiten Börde nach seltenen und teilweise gefährdeten Offenlandarten zu suchen, die jetzt Anfang September dort rasten. Wir waren zu zehnt und damit genügend Leute, um sich in drei kleinere Gruppen aufzuspalten und verschiedene Flächen abzusuchen. Start war der frühe Morgen und schnell gab es einige interessante Beobachtungen, die die Gruppen untereinander austauschten: diverse Großmöwen, Steinschmätzer, Braunkehlchen, Kiebitz, Rohrweihe, Merlin und als Höhepunkt konnte eine Gruppe gleich zweimal Brachpieper feststellen. Danach waren wir noch gemeinsam in einigen anderen Gebieten und Schwarzkehlchen und Neuntöter sowie weitere rastende Braunkehlchen konnten unsere Beobachtungslisten noch bereichern, bevor es am frühen Nachmittag wieder zurück Richtung Bonn ging. Leider sind die untersuchten Flächen höchstens zu geringen Teilen geschützt und unterliegen vielfach intensiven aktuellen oder geplanten Nutzungen, die dem Vogelschutz entgegenstehen.

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Termine 2019

 

OAG: 31.01.
BBC
: 07.03. (wegen Karneval)
OAG: 28.03.
BBC: 25.04.
OAG: 30.05.
BBC: 27.06.
OAG: 25.07.
BBC: 29.08.
OAG: 26.09. (unter Vorbehalt)
BBC: 24.10.
OAG: 28.11.
BBC: Weihnachtstreffen wird separat angekündigt

Zur Erläuterung:

BBC (Bonner Bird Club - Orni-Stammtisch): 19:30 Uhr, im "Spleen", Sternenburgstrasse 12

OAG Treffen: 19.30 Uhr, Seminarraum im Clas-Naumann-Gebäude des Museum Koenigs, Adenauer Allee 160

 

 

Exkursionen & Erfassungen

Exkursionen:
19.01.19: Wintergäste am Unteren Niederrhein

Erfassungen:
2019: --- wird noch bekanntgegeben ---

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